(dtd). Auf zur Wiesn. Am 18. September ist es wieder soweit. Millionen von Besuchern strömen dann zum Oktoberfest mit seinen Buden, Fahrgeschäften und Festzelten. In diesem Jahr dürften es noch einige mehr werden als sonst. Schließlich steht nicht jedes Jahr ein Jubiläum an. 200 Jahre Oktoberfest. Das bedeutet auch 200 Jahre Dirndl und Lederhose. Denn eines ist klar: Ohne Dirndl läuft nichts. Zwar haben die heutigen Kleider nicht mehr viel mit der eigentlichen Tracht zu tun, aber darauf kommt es in erster Linie auch nicht an. Originell und schön sollen sie sein. Und eben etwas anders als im Jahr zuvor.
Weiblichkeit betonen
Zum 200. Jubiläum haben sich die Designer einiges einfallen lassen. Klassisch, frech, elegant, knöchellang, knieumspielend oder sexy kurz. Beinahe alles ist möglich. Allerdings sollte der Schnitt schon die Vorzüge der Trägerin betonen. Bei schönen Beinen kann die Rocklänge etwas kürzer sein, bei einem perfekten Dekolleté der Ausschnitt etwas offenherziger. Denn eine Grundregel gilt seit jeher auf dem Oktoberfest: Ein gutes Dirndl sollte die weiblichen Rundungen zur Geltung bringen.
Bei vielen Designern reicht der Rock in diesem Jahr mindestens bis zum Knie. Nie Schulter und Knie zeigen, lautet denn auch die Devise Katharina Lukacs´ von Schatzi Dirndl. Doch junge Madln mit hübschen Beinen werden bestimmt auch im Mini-Dirndl ein Hingucker sein. Immer richtig angezogen ist man mit der knöchellangen Variante. Dieser Klassiker wird bestimmt nie aus der Mode kommen.
Frische kräftige Farben und kleine Muster
Wer in sein will, trägt 2010 leuchtende Farben wie Orange, Sonnengelb und kräftige Grüntöne. Eine Trendfarbe, die man häufig sieht, ist Türkis. Beliebt sind auch Brombeertöne, Lila und Flieder. Klassiker wie Rot, Oliv, Grün, aber auch Schwarz und Rosa bleiben. Der Vorteil dieser Dirndl in gedeckten Farben: Sie können immer wieder anders gestylt werden, je nach Lust und Laune. Mit unterschiedlichen Blusen und Schürzen in peppigen Farben lässt sich der Look im Handumdrehen variieren. Traditionell wird die Dirndlschürze übrigens von verheirateten Frauen vorne rechts gebunden, von Singles auf der linken Seite.
Die Muster sind meist nicht allzu auffällig. Kleine Vichy-Karos, Streublümchen oder Rankendekore. Häufig sind die Stoffe unifarben. Stickereien, Strassverzierungen oder Miederschnürungen geben den nötigen Pep. Auch Ton in Ton ist bei der diesjährigen Festmode ein Trend. Die Schürzen variieren dabei nur um eine Nuance zum Dirndl. Generell gilt: Je schlichter der Schnitt und die Farbe, desto auffälliger dürfen die Accessoires sein. So können etwa fesche Dirndl-Charivaris dem Outfit den nötigen Pfiff geben.
Fescher Auftritt
Nach wie vor sind viele Dirndl aus Baumwoll- oder Leinenstoff gearbeitet. Vor allem an heißen Tagen sind sie angenehm zu tragen. In diesem Jahr werden sie oft mit Schürzen aus Taft oder einer auffälligeren Dirndlbluse aufgepeppt. Edler sind Dirndl aus Brokat, Seide, Samt und Taft, reich bestickt und mit Pailletten verziert. Wurden früher solch edle Dirndl vorwiegend abends getragen, sieht man sie inzwischen auch immer häufiger tagsüber. Der Trend geht zu kostbaren Materialien. Vor allem bei gedeckten Farben dürfen die Materialien edel schimmern. So waren etwa im Traditionshaus Loden-Frey in diesem Jahr aufwändig gearbeitete Dirndl aus handbestickten Sari-Stoffen der absolute Renner.
Petticoats bringen auf der Wiesn die Dirndl zum Schwingen. Bei einigen der Kleider sind die sexy Unterröcke gleich eingenäht. Wenn nicht, können die Petticoats auch extra gekauft werden. Worauf frau in diesem Jahr nicht verzichten sollte, ist der passende Hut zum Dirndl. Frech und auffällig darf er sein, farblich sollte er zum Kleid passen.
Wer nun gar keine Lust aufs Dirndl verspürt, gibt auch mit einer Lederhose – etwa in frechem Grün – einen feschen Auftritt ab. Vorausgesetzt das Alter und die Figur stimmen. Farblich dazu passende Stiefel sind ein Muss.
Samtweste und Platterform für den Mann
Das traditionelle Wiesn-Outfit der Männer ist die Lederhose. Auch in diesem Jahr sind wieder alle Längen möglich. Besonders angesagt ist 2010 aber die kurze Platterform, die kurz über dem Knie endet. Besonders wichtig bei den Lederhosen: Eine gute Qualität. Schließlich wird die Hose ja über viele Jahre hinweg getragen. Stilecht sind Hirsch-, Wildbock- oder Rehleder. Beliebt sind auch Hosen aus weichem, geschmeidigem Ziegenvelours.
Eine neue Farbe bei Lederhosen ist in diesem Jahr Steingrau. Ansonsten bleiben die bereits bekannten Beige- und Brauntöne sowie Schwarz. Das traditionelle, weite, unifarbene Leinenhemd ist nie verkehrt. Modischer sind taillierte Karohemden und Samtwesten. Neue aktuelle Farben sind Brombeer-, Blau-, Grün- und Lilatöne. Unbedingt dazu gehören farblich passende Accessoires wie Krawatte, Seideneinstecktuch oder Seidenschal. Gürtel, Loferln (Wadlstutzen) und Hüte, abgestimmt auf Lederhose, Hemd und Weste, vervollständigen das perfekte Wiesn-Outfit.